Der Trick mit dem Glas Wasser im Ofen den Bäcker nie verraten für knuspriges weiches Brot täglich einfach

Der Trick mit dem Glas Wasser im Ofen den Bäcker nie verraten für knuspriges weiches Brot täglich einfach

In deutschen Backstuben wird seit Generationen ein simples Geheimnis gehütet, das den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem perfekten Brot ausmacht. Der Trick mit dem Glas Wasser im Ofen revolutioniert das heimische Brotbacken und sorgt für eine knusprige Kruste bei gleichzeitig weicher, luftiger Krume. Professionelle Bäcker nutzen teure Dampföfen, doch dieser einfache Kunstgriff bringt die Profi-Qualität in jede Küche. Die Methode basiert auf einem physikalischen Prinzip: Wasserdampf verzögert die Krustenbildung in den ersten Backminuten, sodass der Teig optimal aufgehen kann. Das Ergebnis überzeugt selbst kritische Brotliebhaber und verwandelt das tägliche Brotbacken in ein unkompliziertes Ritual.

20

40

facile

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Teigzubereitung beginnen

Das Mehl in eine große Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Trockenhefe mit dem Zucker und etwa 50 ml des lauwarmen Wassers in dieser Mulde verrühren. Diese Mischung wird als Vorteig bezeichnet, eine Technik, die die Hefe aktiviert und für besseres Aufgehen sorgt. Etwa 10 Minuten ruhen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden. Dies zeigt, dass die Hefe lebendig ist und zu arbeiten beginnt.

2. Hauptteig kneten

Das restliche Wasser, Salz und Olivenöl zum Vorteig geben. Alle Zutaten zunächst mit einem Holzlöffel vermischen, dann auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben. Den Teig etwa 10 Minuten kräftig durchkneten, bis er glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Das Kneten entwickelt das Glutennetzwerk, das für die Struktur des Brotes verantwortlich ist. Alternativ kann eine Küchenmaschine mit Knethaken verwendet werden, dann reichen 5 Minuten auf mittlerer Stufe.

3. Erste Gehzeit einhalten

Den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht geölte Schüssel legen. Mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 60 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte sich dabei etwa verdoppeln. Die Gehzeit ist entscheidend, denn dabei entstehen Geschmacksstoffe und die gewünschte Luftigkeit. Ein idealer Ort ist beispielsweise in der Nähe der Heizung oder im leicht erwärmten Backofen bei ausgeschalteter Hitze.

4. Teig formen und zweite Gare

Den aufgegangenen Teig auf die Arbeitsfläche geben und vorsichtig entgasen, indem man ihn sanft flach drückt. Zu einem runden oder länglichen Laib formen, je nach Vorliebe. Den geformten Teig in ein bemehltes Gärkörbchen legen oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Erneut mit einem Tuch abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen. Diese zweite Gare verfeinert die Textur und sorgt für optimales Volumen beim Backen.

5. Ofen vorbereiten mit dem Wassertrick

Den Backofen auf 230 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Jetzt kommt der entscheidende Bäckertrick: Ein hitzebeständiges Glas oder eine kleine ofenfeste Schale mit etwa 200 ml Wasser auf den Boden des Backofens stellen. Wenn ein Backstein verwendet wird, diesen bereits beim Vorheizen mit in den Ofen legen. Das Wasser verdampft während des Backens und erzeugt den professionellen Dampfeffekt, den Bäcker so schätzen.

6. Brot einschneiden und backen

Den Brotlaib vorsichtig aus dem Gärkörbchen auf ein Backblech oder direkt auf den heißen Backstein stürzen. Mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge etwa 1 cm tief kreuzförmig oder längs einschneiden. Diese Schnitte nennt man Ausbund und sie ermöglichen kontrolliertes Aufreißen der Kruste. Das Brot sofort in den vorgeheizten Ofen schieben, mittlere Schiene. Nach 10 Minuten die Temperatur auf 200 Grad reduzieren und weitere 30 Minuten backen.

7. Fertigstellung prüfen

Das Brot ist fertig, wenn es goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Wichtig: Das Brot nicht anschneiden, solange es noch warm ist, da es sonst zusammenfallen kann. Die Wartezeit beträgt idealerweise mindestens eine Stunde. Während dieser Zeit setzt sich die Krumenstruktur und das Brot entwickelt seinen vollen Geschmack.

Charlotte Morgenstern

Tipp vom Chefkoch

Der Wasserdampf im Ofen ist das Herzstück dieser Methode. Für noch bessere Ergebnisse kann man zusätzlich direkt nach dem Einschieben des Brotes mit einer Sprühflasche die Ofenwände besprühen. Wer regelmäßig Brot backt, sollte in einen Backstein investieren, der die Hitze gleichmäßig speichert und von unten abgibt. Das Mehl kann nach Belieben variiert werden: 100 g Vollkornmehl statt Weizenmehl sorgen für mehr Nährstoffe und einen herzhafteren Geschmack. Die Teigtemperatur sollte beim Kneten etwa 24 Grad betragen, dann arbeitet die Hefe optimal.

Passende Getränke zum frischen Brot

Zu einem frisch gebackenen, noch warmen Brotlaib passt hervorragend ein kräftiger Schwarztee oder ein Malzkaffee, der die nussigen Aromen des Brotes unterstreicht. Für den Genuss am Nachmittag empfiehlt sich ein milder Kräutertee mit Kamille oder Fenchel, der die Verdauung unterstützt. Wer das Brot mit herzhaftem Belag serviert, kann auch ein kühles Weizenbier oder einen naturtrüben Apfelsaft reichen. Diese Getränke harmonieren perfekt mit der knusprigen Kruste und der weichen Krume.

Zusätzliche Info

Die Tradition des Brotbackens reicht in Deutschland über tausend Jahre zurück. Das deutsche Bäckerhandwerk ist sogar als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Der Trick mit dem Wasserdampf wurde bereits im 19. Jahrhundert in professionellen Backstuben angewendet, lange bevor moderne Dampföfen erfunden wurden. Bäcker stellten damals Schalen mit Wasser in ihre Holzöfen oder warfen nasse Tücher auf die heißen Ofenwände.

Die Wissenschaft dahinter ist faszinierend: Wasserdampf hat eine höhere Wärmekapazität als trockene Luft und überträgt die Hitze effizienter auf die Teigoberfläche. Gleichzeitig verhindert die Feuchtigkeit, dass sich zu früh eine harte Kruste bildet. So kann der Teig in den ersten kritischen Minuten maximal aufgehen, bevor die Kruste fest wird. Professionelle Bäcker nennen dies den Ofentrieb.

In Frankreich wird eine ähnliche Technik für Baguettes verwendet, in Italien für Ciabatta. Jede Brotkultur hat ihre eigenen Geheimnisse entwickelt, doch das Prinzip bleibt gleich: Dampf ist der Schlüssel zu perfektem Brot.

Drucken

WhatsApp-Gruppe