In deutschen Bäckereien erlebt das eiweißreiche Brot seit einigen Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung. Diese Entwicklung spiegelt das wachsende Gesundheitsbewusstsein wider, das sich durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Das einfache Eiweißbrot mit Quark und Körnern vereint Tradition und moderne Ernährungswissenschaft auf gelungene Weise. Mit seinem hohen Proteingehalt und dem reduzierten Kohlenhydratanteil eignet es sich besonders für Menschen, die auf ihre Ernährung achten möchten, ohne auf Genuss zu verzichten. Der Quark sorgt für eine saftige Krume, während die Körner eine angenehme Textur und wertvolle Nährstoffe beisteuern. Dieses Brot lässt sich unkompliziert zu Hause backen und überzeugt durch seinen nussigen Geschmack sowie seine lange Frischhaltung.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1.
Den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform von etwa 25 cm Länge gründlich mit Backpapier auslegen oder mit etwas Öl einfetten. Dieser Schritt ist wichtig, damit sich das fertige Brot später problemlos aus der Form lösen lässt und keine Reste kleben bleiben.
2.
In einer großen Rührschüssel die sechs Eier aufschlagen und mit einem Schneebesen oder einer Gabel kräftig verquirlen, bis eine homogene Masse entsteht. Die Eier bilden die Grundlage für die Bindung des Teiges und ersetzen weitgehend das traditionelle Weizenmehl. Achtet darauf, dass keine Schalenstücke in die Schüssel gelangen.
3.
Den Magerquark zu den verquirlten Eiern geben und alles gut miteinander verrühren. Der Quark sollte möglichst zimmerwarm sein, da er sich dann besser verarbeiten lässt. Falls der Quark direkt aus dem Kühlschrank kommt, könnt ihr ihn etwa 30 Minuten vorher herausnehmen. Der Quark liefert zusätzliches Protein und sorgt für die saftige Konsistenz des Brotes.
4.
Das Mandelmehl, die geschroteten Leinsamen und die Flohsamenschalen in die Quark-Ei-Mischung einrühren. Die Flohsamenschalen sind Ballaststoffe aus den Samen der Flohsamenpflanze, die eine hervorragende Quellfähigkeit besitzen und dem Teig Struktur verleihen. Rührt die Masse gründlich durch, bis keine Klumpen mehr zu sehen sind.
5.
Das Backpulver und das Salz zur Teigmasse hinzufügen und unterrühren. Das Backpulver sorgt dafür, dass das Brot schön aufgeht und eine lockere Struktur erhält, obwohl es kein klassisches Mehl enthält. Das Salz verstärkt den Geschmack aller anderen Zutaten und ist unverzichtbar für ein aromatisches Ergebnis.
6.
Den Apfelessig einrühren. Der Essig mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, erfüllt aber eine wichtige Funktion: Er reagiert mit dem Backpulver und verstärkt dessen Triebkraft. Außerdem verlängert er die Haltbarkeit des Brotes und neutralisiert den typischen Ei-Geschmack, der bei eiweißreichen Backwaren manchmal störend sein kann.
7.
Die Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und den Sesam zur Teigmasse geben. Etwa zwei Esslöffel der Körner beiseite legen für die spätere Dekoration der Brotoberfläche. Die Körner liefern gesunde Fette, zusätzliche Proteine und einen angenehmen Biss. Sie verleihen dem Brot seinen charakteristischen nussigen Geschmack.
8.
Alle Zutaten mit einem Teigschaber oder Löffel gründlich zu einem gleichmäßigen Teig vermengen. Der Teig wird deutlich fester und kompakter sein als ein herkömmlicher Brotteig. Das ist vollkommen normal und liegt an den speziellen Eigenschaften der verwendeten Zutaten. Lasst den Teig etwa fünf Minuten ruhen, damit die Flohsamenschalen und Leinsamen quellen können.
9.
Den Teig in die vorbereitete Kastenform füllen und mit einem angefeuchteten Teigschaber oder Löffel glattstreichen. Die Oberfläche sollte möglichst eben sein, damit das Brot gleichmäßig aufgeht. Mit den zurückbehaltenen Körnern die Oberfläche bestreuen und leicht andrücken, sodass sie beim Backen nicht abfallen.
10.
Die Form auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens schieben. Das Brot benötigt etwa 50 bis 60 Minuten Backzeit. Nach etwa 40 Minuten könnt ihr die Oberfläche mit Alufolie abdecken, falls sie zu dunkel wird. Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt und ein hineingesteckter Holzstäbchen sauber wieder herauskommt.
11.
Das fertige Brot aus dem Ofen nehmen und etwa zehn Minuten in der Form ruhen lassen. Anschließend vorsichtig aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Feuchtigkeit entweichen kann und das Brot seine endgültige Konsistenz entwickelt. Schneidet das Brot erst an, wenn es vollständig abgekühlt ist, sonst kann es bröselig werden.
Tipp vom Chefkoch
Bewahrt das Eiweißbrot am besten im Kühlschrank auf, eingewickelt in ein sauberes Küchentuch oder in einer Brotdose. So bleibt es bis zu einer Woche frisch. Ihr könnt das Brot auch in Scheiben schneiden und portionsweise einfrieren. Einzelne Scheiben lassen sich dann nach Bedarf im Toaster aufbacken und schmecken fast wie frisch gebacken. Falls der Teig zu flüssig erscheint, gebt einfach noch ein bis zwei Esslöffel geschrotete Leinsamen oder Flohsamenschalen hinzu und lasst den Teig weitere fünf Minuten quellen. Für eine süßere Variante könnt ihr dem Teig einen Esslöffel Honig oder Erythrit beifügen. Experimentiert auch gerne mit verschiedenen Körnern wie Chiasamen, Hanfsamen oder gehackten Walnüssen. Jede Variation bringt neue Geschmacksnuancen und Nährstoffe mit sich.
Passende Getränke zum Eiweißbrot
Da dieses Eiweißbrot vielseitig verwendbar ist, hängt die Getränkewahl stark vom Belag ab. Zum Frühstück mit süßem Aufstrich harmoniert ein frisch aufgebrühter Kräutertee oder ein milder Rooibos-Tee hervorragend. Die natürliche Süße des Rooibos unterstreicht den nussigen Geschmack der Körner. Bei herzhaftem Belag mit Käse oder Aufschnitt empfiehlt sich ein Gemüsesaft oder ein grüner Smoothie, der die gesunde Ausrichtung dieser Mahlzeit unterstreicht. Zum Abendbrot passt auch ein leichtes alkoholfreies Bier, dessen malzige Note die gerösteten Aromen der Körner aufgreift. Für besondere Anlässe kann ein trockener Weißwein oder ein Prosecco das Brot mit Frischkäse oder Räucherlachs begleiten.
Zusätzliche Info
Das Eiweißbrot hat seine Wurzeln in der Low-Carb-Bewegung, die in den 1970er Jahren in den USA begann und seit den 2000er Jahren auch in Europa stark an Popularität gewonnen hat. Ursprünglich wurde es vor allem von Sportlern und Menschen mit bestimmten Stoffwechselerkrankungen geschätzt. Inzwischen hat es seinen Weg in die breite Bevölkerung gefunden. Die Verwendung von Quark in Backwaren ist hingegen eine alte deutsche Tradition, die sich in zahlreichen klassischen Rezepten wie Quarkstollen oder Quarkkuchen wiederfindet. Die Kombination aus Quark und Körnern verbindet also traditionelles deutsches Backhandwerk mit modernen Ernährungserkenntnissen. Ernährungswissenschaftler schätzen diese Brotart besonders wegen ihres hohen Proteingehalts von etwa 15 bis 20 Prozent, der deutlich über dem herkömmlicher Brote liegt. Die enthaltenen Ballaststoffe aus Leinsamen und Flohsamenschalen fördern zudem die Verdauung und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Besonders interessant ist auch der niedrige glykämische Index dieses Brotes, der Blutzuckerschwankungen minimiert.



