Ideal zur Verarbeitung von Brotresten: Südtiroler Spinatknödel mit Speck

Ideal zur Verarbeitung von Brotresten: Südtiroler Spinatknödel mit Speck

In den malerischen Tälern Südtirols hat sich über Generationen hinweg eine kulinarische Tradition entwickelt, die Sparsamkeit und Genuss meisterhaft vereint. Die Südtiroler Spinatknödel mit Speck verkörpern diese Philosophie perfekt: altbackenes Brot findet hier eine zweite Bestimmung und verwandelt sich in köstliche Knödel, die sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage begeistern.

Diese Spezialität aus der Alpenregion zeigt eindrucksvoll, wie aus vermeintlichen Resten wahre Gaumenfreuden entstehen. Der herzhafte Speck harmoniert wunderbar mit dem frischen Spinat, während die Knödelmasse aus altem Brot für die charakteristische Konsistenz sorgt. Ein Gericht, das nicht nur sättigt, sondern auch eine Geschichte erzählt – die Geschichte einer Region, in der nichts verschwendet wird und jede Zutat ihren Wert behält.

30

20

mittel

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Das Brot vorbereiten

Schneiden Sie das altbackene Weißbrot oder die Semmeln in kleine Würfel von etwa einem Zentimeter Kantenlänge. Geben Sie die Brotwürfel in eine große Schüssel. Erwärmen Sie die Milch leicht und gießen Sie sie über die Brotwürfel. Lassen Sie alles etwa 15 Minuten ziehen, damit das Brot die Flüssigkeit vollständig aufnehmen kann. Dieser Schritt ist entscheidend für die spätere Konsistenz der Knödel.

2. Den Spinat zubereiten

Waschen Sie den frischen Blattspinat gründlich unter fließendem Wasser. Bringen Sie in einem großen Topf leicht gesalzenes Wasser zum Kochen. Blanchieren Sie den Spinat für etwa 2 Minuten, das bedeutet, ihn kurz in kochendem Wasser zu garen. Schrecken Sie ihn anschließend mit kaltem Wasser ab, um die grüne Farbe zu erhalten. Drücken Sie den Spinat gut aus, sodass möglichst wenig Flüssigkeit zurückbleibt, und hacken Sie ihn fein.

3. Speck und Zwiebeln anbraten

Würfeln Sie den Südtiroler Speck in kleine Stücke von etwa einem halben Zentimeter. Schälen Sie die Zwiebeln und hacken Sie sie fein. Schälen Sie auch die Knoblauchzehen und hacken Sie sie sehr fein. Erhitzen Sie eine Pfanne ohne zusätzliches Fett und braten Sie den Speck darin an, bis er leicht knusprig wird und sein Fett ausgelassen hat. Geben Sie die Zwiebeln und den Knoblauch hinzu und dünsten Sie alles zusammen glasig, aber ohne Farbe zu nehmen. Lassen Sie die Mischung anschließend etwas abkühlen.

4. Die Knödelmasse herstellen

Geben Sie zu den eingeweichten Brotwürfeln die Eier, den ausgedrückten und gehackten Spinat, die Speck-Zwiebel-Mischung, das Mehl und den geriebenen Parmesan. Würzen Sie mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und einer Prise geriebener Muskatnuss. Vermengen Sie alle Zutaten gründlich mit den Händen zu einer homogenen Masse. Die Konsistenz sollte formbar sein, aber nicht zu feucht. Falls die Masse zu feucht ist, geben Sie etwas mehr Mehl hinzu; ist sie zu trocken, fügen Sie etwas Milch hinzu. Lassen Sie die Masse etwa 15 Minuten ruhen, damit das Brot die Flüssigkeit vollständig aufnehmen kann.

5. Die Knödel formen

Feuchten Sie Ihre Hände leicht an, um ein Ankleben zu verhindern. Nehmen Sie etwa eine Handvoll der Knödelmasse und formen Sie daraus Kugeln mit einem Durchmesser von etwa 6 bis 7 Zentimetern. Die Knödel sollten schön rund und gleichmäßig geformt sein. Drücken Sie die Masse beim Formen gut zusammen, damit die Knödel beim Kochen nicht auseinanderfallen. Legen Sie die geformten Knödel auf ein leicht bemehltes Brett oder einen Teller.

6. Die Knödel garen

Bringen Sie in einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen. Reduzieren Sie die Hitze, sodass das Wasser nur noch leicht siedet, das bedeutet, es sollte nicht mehr sprudelnd kochen, sondern nur noch kleine Blasen aufsteigen. Geben Sie die Knödel vorsichtig ins Wasser. Sie sinken zunächst zu Boden und steigen nach einigen Minuten an die Oberfläche. Ab diesem Zeitpunkt lassen Sie die Knödel noch etwa 15 bis 18 Minuten bei schwacher Hitze ziehen. Wichtig ist, dass das Wasser nicht stark kocht, sonst können die Knödel zerfallen.

7. Die Butter zubereiten und servieren

Während die Knödel garen, schmelzen Sie die Butter in einer Pfanne und lassen Sie sie leicht bräunen, bis sie einen nussigen Duft entwickelt. Hacken Sie die frische Petersilie fein. Heben Sie die fertigen Knödel mit einem Schaumlöffel vorsichtig aus dem Wasser und lassen Sie sie gut abtropfen. Richten Sie die Spinatknödel auf vorgewärmten Tellern an, übergießen Sie sie mit der gebräunten Butter und bestreuen Sie sie mit der gehackten Petersilie. Reichen Sie zusätzlich geriebenen Parmesan dazu.

Charlotte Morgenstern

Tipp vom Chefkoch

Ein entscheidender Trick für perfekte Knödel: testen Sie vor dem Formen aller Knödel zunächst einen Probeknödel. Formen Sie einen kleinen Knödel und garen Sie ihn im siedenden Wasser. Fällt er auseinander, benötigt die Masse mehr Mehl oder ein zusätzliches Ei. Ist er zu fest, fügen Sie etwas Milch hinzu. So können Sie die Konsistenz optimal anpassen, bevor Sie alle Knödel formen.
Verwenden Sie unbedingt altbackenes Brot, das mindestens zwei bis drei Tage alt ist. Frisches Brot enthält zu viel Feuchtigkeit und ergibt eine klebrige, schwer formbare Masse. Sollten Sie nur frisches Brot haben, schneiden Sie es in Würfel und trocknen Sie es für etwa 15 Minuten bei 100 Grad im Backofen.
Die Knödel lassen sich hervorragend vorbereiten: formen Sie sie am Vortag, legen Sie sie auf ein bemehltes Brett und decken Sie sie mit einem feuchten Tuch ab. Im Kühlschrank halten sie sich so bis zum nächsten Tag. Sie können die Knödel auch einfrieren und direkt aus dem Gefrierschrank ins siedende Wasser geben, verlängern Sie dann die Garzeit um etwa 5 Minuten.

Weinbegleitung zu Südtiroler Spinatknödeln

Zu diesem herzhaften Gericht aus Südtirol empfiehlt sich ein Weißwein aus derselben Region. Ein Südtiroler Weißburgunder mit seiner eleganten Säure und seinen fruchtigen Noten harmoniert wunderbar mit den Spinatknödeln. Alternativ passt auch ein Vernatsch, ein leichter Rotwein aus Südtirol, der die würzigen Speckaromen unterstreicht, ohne das Gericht zu dominieren.

Für Liebhaber kräftigerer Weine ist ein Lagrein eine ausgezeichnete Wahl. Dieser rubinrote Südtiroler Wein mit seinen Aromen von dunklen Beeren und dezenten Gewürznoten bildet einen spannenden Kontrast zu den milden Knödeln. Servieren Sie den Weißwein bei 8 bis 10 Grad, den Rotwein bei 16 bis 18 Grad.

Zusätzliche Info

Die Spinatknödel, auf Italienisch canederli agli spinaci, gehören zu den bekanntesten Spezialitäten Südtirols und verkörpern die einzigartige kulinarische Identität dieser Region an der Schnittstelle zwischen deutscher und italienischer Kultur. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins Mittelalter, als die bäuerliche Bevölkerung aus der Notwendigkeit heraus lernte, jede Zutat optimal zu verwerten.

Das Grundprinzip der Knödel – die Verwertung von altbackenem Brot – entsprang der Sparsamkeit in den Bergregionen, wo nichts verschwendet werden durfte. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich zahlreiche Varianten: neben den Spinatknödeln gibt es Speckknödel, Käseknödel, Leberknödel und süße Knödel mit Zwetschgen oder Marillen.

Die Kombination mit Spinat etablierte sich besonders im Frühling, wenn der erste frische Spinat geerntet werden konnte. Der Speck, traditionell im Rauch gereift, verleiht den Knödeln ihre charakteristische würzige Note und macht sie zu einem sättigenden Hauptgericht. In Südtirol werden die Knödel traditionell als primo piatto, also als erste Hauptspeise, serviert, oft in einer klaren Rinderbrühe oder wie hier mit gebräunter Butter.

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