In der vorweihnachtlichen Backstube gehören Butterwölkchen zu den absoluten Klassikern, die mit ihrer zarten Textur und dem feinen Vanillearoma begeistern. Diese mürben – also besonders zart-bröseligen – Plätzchen schmelzen förmlich auf der Zunge und hinterlassen einen Hauch von Butter und Vanille. Die Zubereitung erfordert etwas Fingerspitzengefühl, doch mit den richtigen Handgriffen gelingen diese kleinen Köstlichkeiten garantiert. Der Name verrät bereits das Geheimnis: wie kleine Wolken sollen sie sein, luftig-leicht und von einer fast schon poetischen Zartheit. Für viele Familien sind Butterwölkchen ein fester Bestandteil der Weihnachtsbäckerei, doch sie schmecken das ganze Jahr über herrlich zum Kaffee oder Tee.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. butter und zucker vorbereiten
Nimm die weiche butter aus dem kühlschrank und lass sie bei raumtemperatur etwa 30 minuten stehen, damit sie schön geschmeidig wird. Gib die butter in eine große rührschüssel und füge den puderzucker sowie beide päckchen vanillezucker hinzu. Mit dem handrührgerät schlägst du alles etwa 3 bis 4 minuten lang auf höchster stufe schaumig. Die masse sollte deutlich heller werden und eine luftige konsistenz bekommen. Dies ist der wichtigste schritt für die spätere zartheit deiner plätzchen, denn je mehr luft du einarbeitest, desto wolkiger werden sie später.
2. mehl und stärke sieben
Siebe das mehl zusammen mit der speisestärke in eine separate schüssel. Das sieben ist wichtig, damit keine klümpchen im teig entstehen und die zutaten sich gleichmäßig verteilen. Die speisestärke sorgt übrigens für die besondere mürbe textur der butterwölkchen. Füge eine kleine prise salz hinzu und vermische alles kurz mit einem löffel.
3. teig zusammenfügen
Gib nun die mehl-stärke-mischung portionsweise zur butter-zucker-masse. Rühre zunächst auf niedrigster stufe, damit nichts herausstaubt. Sobald sich alles verbunden hat, kannst du die geschwindigkeit leicht erhöhen. Knete den teig aber nicht zu lange, sonst wird er zu fest und verliert seine luftigkeit. Der teig sollte weich und geschmeidig sein, aber noch gut formbar. Falls er zu klebrig erscheint, kannst du ihn für 10 minuten in den kühlschrank stellen.
4. ofen vorheizen und backblech vorbereiten
Heize deinen backofen auf 160 grad celsius um. Bei umluft stellst du 140 grad ein. Lege ein backblech mit backpapier aus. Achte darauf, dass das papier glatt aufliegt, damit die plätzchen später gleichmäßig backen können.
5. teig in spritzbeutel füllen
Fülle den teig in einen spritzbeutel, den du vorher mit einer sterntülle ausgestattet hast. Die sterntülle sorgt für das typische aussehen der butterwölkchen mit ihren hübschen rillen. Falls du keinen spritzbeutel hast, kannst du auch einen gefrierbeutel nehmen, bei dem du eine ecke abschneidest. Drehe das obere ende des beutels zu, damit beim spritzen nichts herausquillt.
6. plätzchen aufspritzen
Spritze kleine häufchen mit etwa 3 zentimeter durchmesser auf das vorbereitete backblech. Halte dabei den spritzbeutel senkrecht über das blech und drücke gleichmäßig. Lass zwischen den plätzchen etwa 2 zentimeter abstand, da sie beim backen noch leicht verlaufen. Du kannst kleine rosetten, s-formen oder einfache tupfen spritzen – ganz nach deinem geschmack. Mit etwas übung entstehen wunderschöne formen.
7. backen und beobachten
Schiebe das blech auf die mittlere schiene des vorgeheizten ofens. Die butterwölkchen brauchen etwa 10 bis 12 minuten. Wichtig ist, dass sie nicht braun werden, sondern hell bleiben. Sie sollten am rand ganz leicht goldgelb sein, aber insgesamt ihre helle farbe behalten. Öffne die ofentür während des backens möglichst nicht, da die temperaturveränderung die zarten plätzchen beeinflussen kann.
8. abkühlen lassen
Nimm das blech aus dem ofen und lass die butterwölkchen darauf vollständig auskühlen. Versuche nicht, sie warm vom blech zu nehmen, denn sie sind in diesem zustand noch sehr zerbrechlich. Erst nach etwa 15 minuten haben sie ihre endgültige festigkeit erreicht und lassen sich vorsichtig lösen.
9. mit puderzucker bestäuben
Sobald die plätzchen vollständig ausgekühlt sind, bestäubst du sie großzügig mit puderzucker. Dafür gibst du den puderzucker in ein feines sieb und klopfst leicht dagegen, sodass eine gleichmäßige schicht entsteht. Die weiße puderzuckerschicht unterstreicht den wolken-charakter und gibt den plätzchen ihr typisches aussehen. Du kannst sie auch zweimal bestäuben für eine besonders dicke schicht.
Tipp vom Chefkoch
die butter sollte wirklich zimmerwarm sein, aber nicht zu weich oder gar flüssig. die ideale temperatur liegt bei etwa 20 grad. zu kalte butter lässt sich nicht gut aufschlagen, zu warme butter macht den teig zu weich zum spritzen.
wenn der teig beim spritzen zu fest ist und sich schwer aus dem beutel drücken lässt, knete ihn kurz mit den händen durch. die körperwärme macht ihn geschmeidiger. ist er hingegen zu weich, stelle ihn 15 minuten in den kühlschrank.
verwende hochwertige butter mit mindestens 82 prozent fettgehalt. sie macht den unterschied im geschmack und sorgt für die typische zartheit. margarine funktioniert bei diesem rezept nicht so gut.
die butterwölkchen lassen sich hervorragend einfrieren. lege sie dafür in eine dose mit backpapier zwischen den schichten. so hast du immer einen vorrat für unerwarteten besuch.
passende getränke zu butterwölkchen
Zu diesen zarten vanilleplätzchen passt ein milder schwarztee wie darjeeling oder ein aromatischer earl grey besonders gut. Die bergamotte-note des earl grey harmoniert wunderbar mit der vanille. Auch ein cappuccino oder milchkaffee ist eine ausgezeichnete wahl, da die milch die butterigkeit der plätzchen aufnimmt. Für kinder eignet sich eine heiße vanillemilch oder ein kakao. In der weihnachtszeit passt auch ein glühwein oder punsch hervorragend dazu. Die süße der plätzchen wird durch die würzigen noten der wintergetränke schön ausgeglichen.
Zusätzliche Info
Butterwölkchen, auch vanillekipferl-verwandte genannt, haben ihre wurzeln in der österreichischen und deutschen backkunst des 19. jahrhunderts. Der name bezieht sich auf ihre luftig-leichte konsistenz und das helle aussehen, das an kleine wolken erinnert. In manchen regionen werden sie auch spritzgebäck genannt, da der teig durch eine tülle gespritzt wird. Die verwendung von speisestärke neben mehl ist typisch für die wiener feinbäckerei und wurde im laufe der zeit in viele deutsche backstuben übernommen. Ursprünglich waren solche feinen buttergebäcke dem adel vorbehalten, da butter ein teures gut war. Heute gehören butterwölkchen zum standardrepertoire jeder weihnachtsbäckerei und werden in unzähligen varianten gebacken – mit zitronenaroma, mit mandeln oder mit schokoladenüberzug. Die klassische variante mit vanille bleibt jedoch die beliebteste.



