So kochst du Rotkohl, dass er richtig lecker wird

So kochst du Rotkohl, dass er richtig lecker wird

Rotkohl gehört zu den klassischen Beilagen der deutschen Küche und begeistert mit seinem süß-säuerlichen Geschmack besonders in der kalten Jahreszeit. Doch wie gelingt das perfekte Rotkraut, das nicht nur nach Dose schmeckt, sondern richtig aromatisch und appetitlich wird? Die Antwort liegt in der richtigen Zubereitung, der Auswahl hochwertiger Zutaten und ein paar cleveren Kniffen, die den Unterschied machen. Mit dieser Anleitung verwandelst du einen einfachen Rotkohl in ein geschmackvolles Highlight, das zu Braten, Wild oder vegetarischen Gerichten hervorragend passt. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Zeit, aber das Ergebnis lohnt sich: ein samtiger, aromatischer Rotkohl, der deine Gäste beeindrucken wird.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Rotkohls

Entferne die äußeren Blätter des Rotkohls und wasche den Kopf gründlich unter kaltem Wasser. Halbiere den Kohl, schneide den Strunk heraus und viertele ihn anschließend. Schneide nun jedes Viertel in feine Streifen, etwa 3 bis 5 Millimeter breit. Je feiner du den Kohl schneidest, desto zarter wird er später. Der Strunk ist der harte Kern in der Mitte des Kohls, der beim Kochen nicht weich wird. Lege die geschnittenen Kohlstreifen beiseite.

2. Zwiebeln und Äpfel vorbereiten

Schäle die Zwiebeln und schneide sie in feine Würfel. Die Äpfel schälst du ebenfalls, entfernst das Kerngehäuse und schneidest sie in kleine Würfel von etwa einem Zentimeter Kantenlänge. Säuerliche Apfelsorten wie Boskop oder Granny Smith eignen sich besonders gut, da sie dem Rotkohl eine angenehme Frische verleihen und nicht zu süß sind.

3. Anschwitzen der Zwiebeln

Erhitze das Gänseschmalz oder Butterschmalz in einem großen Topf bei mittlerer Hitze. Gib die Zwiebelwürfel hinein und brate sie unter gelegentlichem Rühren etwa 5 Minuten an, bis sie glasig und leicht goldbraun werden. Achte darauf, dass die Zwiebeln nicht verbrennen, sonst wird der Rotkohl bitter. Das Fett gibt dem Kohl später einen wunderbar runden Geschmack.

4. Rotkohl hinzufügen und würzen

Gib nun die Rotkohlstreifen zu den Zwiebeln in den Topf und rühre alles gut durch. Streue den Zucker darüber und lasse den Kohl etwa 5 Minuten unter Rühren anbraten. Der Zucker karamellisiert leicht und gibt dem Kohl eine schöne Farbe und einen angenehm süßlichen Geschmack. Füge dann die Apfelwürfel, Lorbeerblätter, Nelken und Wacholderbeeren hinzu. Würze mit Salz und Pfeffer.

5. Ablöschen und schmoren

Gieße den Rotweinessig und den Rotwein über den Kohl und rühre alles gut um. Die Säure des Essigs ist wichtig, damit der Rotkohl seine schöne rote Farbe behält und nicht bläulich wird. Füge die Gemüsebrühe hinzu, sodass der Kohl etwa zur Hälfte mit Flüssigkeit bedeckt ist. Bringe alles zum Kochen, reduziere dann die Hitze auf die niedrigste Stufe und setze den Deckel auf den Topf.

6. Langsam garen lassen

Lasse den Rotkohl nun bei geschlossenem Deckel etwa 90 Minuten sanft schmoren. Rühre alle 20 Minuten um und prüfe, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Falls der Kohl zu trocken wird, gieße etwas Wasser oder Brühe nach. Schmoren bedeutet langsames Garen bei niedriger Temperatur mit wenig Flüssigkeit. Durch diese schonende Garmethode wird der Kohl besonders zart und die Aromen können sich optimal entfalten.

7. Abschmecken und verfeinern

Nach der Garzeit sollte der Rotkohl schön weich sein und die Flüssigkeit größtenteils eingekocht. Entferne die Lorbeerblätter, Nelken und Wacholderbeeren, falls du sie herausfischen kannst. Rühre das Johannisbeergelee unter den Kohl, es verleiht ihm eine fruchtige Süße und einen schönen Glanz. Schmecke mit Salz, Pfeffer, eventuell etwas mehr Essig oder Zucker ab, je nachdem, ob du es säuerlicher oder süßer magst. Der perfekte Rotkohl hat eine ausgewogene Balance zwischen süß und sauer.

Charlotte Morgenstern

Tipp vom Chefkoch

Bereite den Rotkohl am besten einen Tag im Voraus zu, denn er schmeckt aufgewärmt noch besser, da die Aromen Zeit hatten, sich zu verbinden. Bewahre ihn im Kühlschrank auf und erwärme ihn vor dem Servieren langsam. Falls der Rotkohl während des Kochens eine bläuliche Farbe annimmt, gib einfach einen Schuss Essig oder Zitronensaft hinzu, das bringt die rote Farbe zurück. Für eine besonders festliche Variante kannst du auch einige Preiselbeeren oder Cranberries unterrühren. Wenn du möchtest, dass dein Rotkohl noch intensiver schmeckt, füge eine Zimtstange während des Schmorens hinzu, entferne sie aber vor dem Servieren.

Die passende Weinbegleitung zum Rotkohl

Da Rotkohl traditionell zu kräftigen Fleischgerichten wie Gänsebraten, Sauerbraten oder Wild serviert wird, empfiehlt sich ein mittelkräftiger Rotwein mit guter Säurestruktur. Ein deutscher Spätburgunder aus Baden oder der Pfalz harmoniert hervorragend mit der süß-säuerlichen Note des Kohls. Alternativ passt auch ein fruchtiger Dornfelder oder ein Trollinger aus Württemberg. Wer einen ausländischen Wein bevorzugt, kann zu einem Pinot Noir aus dem Elsass oder einem leichten Chianti aus der Toskana greifen. Die Fruchtnoten des Weins ergänzen die Apfel- und Beerennoten im Rotkohl perfekt. Bei vegetarischen Gerichten kannst du auch einen kräftigen Weißwein wie einen Grauburgunder wählen.

Zusätzliche Info

Rotkohl, auch Blaukraut genannt, ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der deutschen und österreichischen Küche. Der Name variiert je nach Region: Während man in Norddeutschland von Rotkohl spricht, heißt er in Süddeutschland und Österreich Blaukraut. Diese Namensgebung hat einen chemischen Hintergrund: Die Farbe des Kohls hängt vom pH-Wert der Zubereitung ab. In saurer Umgebung bleibt er rot, in alkalischer wird er bläulich. Deshalb ist die Zugabe von Essig oder Zitronensaft nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch wichtig.

Ursprünglich stammt der Rotkohl aus dem Mittelmeerraum und wurde bereits von den Römern kultiviert. Im Mittelalter gelangte er nach Mitteleuropa und entwickelte sich zu einem Grundnahrungsmittel, besonders in den Wintermonaten. Der hohe Vitamin-C-Gehalt machte ihn zu einem wichtigen Schutz gegen Mangelerscheinungen in der kalten Jahreszeit. Heute weiß man, dass Rotkohl reich an Anthocyanen ist, sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung. Die traditionelle Zubereitung mit Äpfeln und Gewürzen wie Nelken und Wacholderbeeren hat sich über Generationen bewährt und macht aus dem einfachen Gemüse eine delikate Beilage, die zu festlichen Anlässen ebenso passt wie zum Sonntagsessen.

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